Aus der berühmten jugoslawischen Fußballschule haben sich nur die Kroaten in das Teilnehmerfeld der anstehenden Europameisterschaft gemogelt. Während in Serbien und Bosnien-Herzegowina derzeit lange Gesichter an der Tagesordnung sind, hat die Mannschaft von Slaven Bilic das Ticket für die Endrunde in der Ukraine und Polen auf den letzten Drücker gelöst.
Den leichten Weg zur EM haben aber auch die Jungs vom Balkan nicht gewählt: In der Qualifikation zogen die Kroaten gegen den griechischen Konkurrenten den Kürzeren. Doch nach der enttäuschenden Niederlage gegen den Europameister von 2004 ließ sich das Team nicht hängen; vielmehr nutzte es die folgenden Play-offs, um endlich sein ganzes Leistungsvermögen aufblitzen zu lassen. Mit einem furiosen 3:0 in der Türkei wurde schon im Hinspiel für die Vorentscheidung gesorgt; bis zum heutigen Tage hat sich die Nation mit dem Halbmond nicht von dem damaligen Debakel erholt.
Mit dem starken Match in Istanbul haben die Kroaten eindrucksvoll aufgezeigt, welche sportlichen Höhen sie an einem Glanztag erklimmen können. Die stark besetzte Vorrundengruppe muss für die Südeuropäer daher noch längst nicht das Ende der Fahnenstange sein – selbst gegen die vermeintlich übermächtigen Gegner aus Spanien und Italien ist möglicherweise eine Überraschung drin. Den weiteren Gegner aus Irland sollte der hochwertig besetzte Kader ohnehin in die Tasche stecken können: Mit der richtigen Einstellung winkt der Mannschaft also sogar das Viertelfinale.
Nachdem seit dem dritten Platz bei der WM 1998 schon einige Jahre ins Land gezogen sind, ist es für die Kroaten auch langsam wieder an der Zeit, mit einem Achtungserfolg in die Heimat zurückzukehren: Die charakteristischen blau-weiß-roten Trikots liegen für die stürmischen Auftritte in den EM-Arenen in jedem Falle schon bereit.
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Dez.29,2011